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Verkehrstipps für das Ausland

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Von Anke Waschneck

Aktualisiert am 24. Juli 2019, 21:07 Uhr

Auch in den letzten deutschen Bundesländern beginnen diese Woche die Schulferien und damit auch die Urlaubszeit. Wer mit dem Auto in ein anderes Land fährt, der sollte allerdings einige Regeln beachten.

Wer hat beim Kreisverkehr eigentlich Vorfahrt? Muss ich neben der Warnweste auch einen Alkoholtest mitführen? All die Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie mit dem Auto in den Urlaub in ein anderes Land fahren. Wir zeigen Ihnen kurz und knapp, worauf Sie achten müssen.

Österreich

In dem deutschen Nachbarland darf man innerorts 50 km/h fahren, außerhalb des Ortes 100 und auf der Autobahn 130. Wer letztere allerdings nutzen möchte, braucht dafür eine Vignette. Diese sollte vorschriftsmäßig angebracht werden, anderenfalls droht ein Bußgeld.

Wer in Österreich einen Unfall ohne Personenschaden hat, sollte abwägen, ob er die Polizei ruft. Lässt man den Sachschaden doch von den Beamten aufnehmen, kostet das etwa 36 Euro.

Wer in Österreich in einen Kreisverkehr einfährt, der hat für gewöhnlich Vorfahrt. Auch auf die verschiedenen Parkzonen sollte man achten, denn diese sehen anders aus, als in Deutschland.

Das Fahren auf der Autobahn in Österreich erfordert eine Vignette. 

Spanien

In Spanien geht es etwas langsamer zu, als in Österreich: Innerorts darf man hier mit 50 km/h fahren, außerhalb des Ortes nur mit 90 km/h und auf der Autobahn mit 120. Wer hier in einen Kreisverkehr fährt, sollte sich bewusst sein, dass derjenige, der bereits im Kreisverkehr ist, Vorfahrt hat.

Gelbe Linien heißen in Spanien, dass absolutes Parkverbot herrscht, in blau markierten Zonen darf man gegen Gebühr parken. Grüne Zonen sind für Anwohner und in weiß markierten Bereichen parkt man umsonst.

Wer in Spanien mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss vergleichsweise viel zahlen: etwa 200 Euro.

Wer mit dem Auto nach Spanien reist, der sollte einige Besonderheiten im Straßenverkehr beachten. 

Frankreich

In Frankreich sollten Sie innerorts nicht schneller als 50 km/h fahren, außerorts 80 und auf der Autobahn dürfen Sie bis 130 km/h beschleunigen.

Wer den Urlaub nach Frankreich plant, sollte neben der Warnweste auch einen Alkoholtest mitführen. Dieser ist zwar verpflichtend, es wird aber nicht geahndet, wenn man keinen dabei hat.

Hier hat – im Gegensatz zu Spanien – derjenige Vorfahrt, der in einen Kreisverkehr einfährt. Diese Regelung kann aber durchaus von einem Schild aufgehoben werden, daher sollten Sie zu jeder Zeit aufmerksam sein.

An Bergstraßen haben in Frankreich für gewöhnlich die Fahrzeuge Vorfahrt, die bergauf fahren.

In Frankreich sollte man beispielsweise einen Alkoholtest im Auto mitführen. 

Italien

In Italien muss Licht außerorts und auf Autobahnen auch tagsüber eingeschaltet sein. Wer das missachtet, dem droht ein Bußgeld von etwa 40 Euro.

Eine Besonderheit Italiens ist, dass man auf der Autobahn nicht privat abschleppen darf. Auch bestimmte Winterreifen, abhängig vom Geschwindigkeitsindex, dürfen im Sommer nicht verwendet werden.

Wer in Italien im Auto raucht und gleichzeitig eine Schwangere oder Kinder unter 18 Jahren im Auto befördert, dem drohen hohe Geldstrafen. Bis zu 5.000 Euro kann dieses Vergehen kosten.

In Italien gelten einige andere Regeln als in Deutschland. Vor einer Reise mit dem Auto sollte man sich darüber informieren. 

Kroatien

Auch hier gelten die Geschwindigkeitsbegrenzungen von 50 km/h im Ort, 90 außerorts und 130 auf der Autobahn. In der Winterzeit ist das Licht am Auto auch tagsüber Pflicht, im Sommer gilt das nur für Motorräder.

Im Gegensatz zu Österreich sollte in Kroatien bei einem Unfall immer die Polizei gerufen werden, um bei einem Unfall den Sachschaden aufzunehmen.

Wer eine Reise nach Kroatien plant, der muss außerdem ein Set Ersatzlampen mitführen. Das gilt nicht für Fahrzeuge mit Xenon, LED oder Neon-Scheinwerfern.

Wer mit dem Auto nach Kroatien fährt, sollte unbedingt Ersatzlampen mitführen. 

Verwendete Quellen:

  • Ihr Europa: Autofahren im Ausland
  • ADAC: Verkehrsvorschriften im Ausland
  • Bußgeldkatalog 2019: Verkehrsregeln in Frankreich


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Mit Automatik zum Führerschein

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Seit Jahrzehnten lernt man Autofahren auf einem Schaltgetriebe-Fahrzeug. Doch diese Regel könnte bald der Vergangenheit angehören. Fahranfänger können voraussichtlich ab 2020 auf einem Automatik-Fahrzeug den Umgang mit dem Fahrzeug lernen und erhalten dennoch die Erlaubnis im Führerschein, auch ein Schaltgetriebe zu fahren. Das ist ja bislang anders.

Renate Bartelt-Lehrfeld, Referatsleiterin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur stellte jetzt in Aussicht, dass Fahrschüler zukünftig im Anschluss an die Automatikprüfung die Möglichkeit haben, sich zusätzlich an einem Schaltgetriebe-Fahrzeug testen zu lassen. Das würde bedeuten, dass keine erneute Fahrerlaubnis Prüfung notwendig wäre. "Ich habe dies bislang erst telefonisch von der EU-Kommission mitgeteilt bekommen, gehe aber davon aus, dass ich in Kürze die schriftliche Bestätigung erhalte und bin zuversichtlich, dass wir das bis zum Ende des Jahres umsetzen können", berichtet Bartelt-Lehrfeld.
"Sollte die in Aussicht gestellte Regelung in Kraft treten, könnte das Fahrtraining zukünftig vermehrt auf Automatik-Modellen stattfinden." Das mache die Fahrausbildung nicht nur einfacher, sondern Fahrschüler könnten auch besser auf das Bedienen von Elektro-Autos vorbereitet werden. In einer Umfrage unter Fahrschülern habe man schon 2017 herausgefunden, dass 74 Prozent der Befragten ein hohes Interesse daran hätten, sagt Jörg-Michael Satz, Präsident des Vereins "Moving Road Safety Association".
Bisher sind Fahrschüler, die ihre Prüfung auf einem Automatik-Getriebe ablegten, nicht für das Fahren von Fahrzeugen mit Schaltgetriebe zugelassen. "Deshalb entschieden sich viele gegen eine reine Automatik-Ausbildung", erklärt Satz. Der Verband setze sich seit Jahren dafür ein, dass die Fahrausbildung entsprechend geändert wird.

© Global Press Nachrichten-Agentur und Informationsdienste GmbH, Dienstag, 04.06.2019

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Die schönsten Campingplätze in Europa

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Aktualisiert am 14. Juni 2019, 15:29 Uhr

Egal ob günstiger Zeltplatz oder Luxus inmitten der Natur. Europa bietet für Campingfreunde eine sagenhafte Auswahl an Plätzen. Wir zeigen Ihnen die schönsten.


Von Low Budget bis Glamping: Wer heute einen Campingurlaub plant, kann diesen ganz einfach den eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen anpassen. Viele europäische Campingplätze bieten unterschiedliche Angebote, vom klassischen Zeltplatz bis zum edlen Luxusbungalow.

Der ursprüngliche Reiz des Campens bleibt dennoch bestehen: Mitten in der Natur seine Zelte aufschlagen, die idyllische Ruhe und atemberaubende Natur erleben.

Möglicherweise direkt neben dem Meer aufwachen oder schlafen gehen, wenn die Sonne hinter den Bergen versinkt. In Europa finden sich Campingplätze in ganz unterschiedlicher Umgebung, traumhafte Ruheoasen für jedes Budget.


Das sind die schönsten Campingplätze in Europa:

Als Alleinreisender auf der Suche nach einer ruhigen Auszeit in der Natur, ein romantisches Wochenende zu zweit oder ein Aktivurlaub mit der ganzen Familie? Wir zeigen acht Campingplätze in Europa, die verschiedene Ansprüche erfüllen – und alle in traumhafter Umgebung angesiedelt sind.

Camping de Glaciers (Wallis, Schweiz)

Der Campingplatz liegt in 1.600 Höhenmeter am Fuße des Dolentmassif in den Walliser Alpen. Am Rande des Campingplatzes fließt ein Gletscherbach vorbei, die Zelte und Stellplätze sind über eine hügelige Wiese verteilt. Der Campingplatz ist der perfekte Ausgangspunkt für Bergwanderungen.

Gäste können hier zwischen dem klassischen Camping im Zelt oder Wohnwagen oder einem komfortablen Holzbungalow wählen. Hier ist Platz für die ganze Familie, genauso gibt es Angebote für Alleinreisende, die hier ihre Ruhe genießen möchten.

Yurt Holiday (Portugal)

Lonely Planet schrieb über diesen Campingplatz, komfortabler könne man nicht unter den Sternen schlafen. Das Yurt Holiday liegt in Arganil, Portugal und bietet eine entspannte und romantische Atmosphäre für alle Camper, die sich etwas mehr Luxus wünschen.

Tagsüber gibt es viele Möglichkeiten für ein ausgiebiges Outdoor-Programm: Radfahren, Schwimmen, Wandern – und den Abend können Sie auf der Veranda unter freiem Himmel ausklingen lassen.

Tipis Indiens (Frankreich)

Wohnen in einem Indianer-Zelt! Für alle, die sich einen Kindheitstraum erfüllen wollen, bietet der Campingplatz Tipis Indiens im französischen Gèdre die perfekte Kulisse: Hier können die Gäste in nachgebauten Tipis wohnen – und das vor einer zauberhaften Bergkulisse in 1.300 Höhenmetern.

Für Kinder wird dieser Urlaub garantiert zum Highlight: Auch im Innern sind die Zelte ganz im Stil der amerikanischen Ureinwohner gehalten.

Strandcamping Waging (Deutschland)

Der Campingplatz liegt direkt am Waginger See, ein Strandbad mit Kiesufer, Badeplattform und Sprungbrett bietet Wasserspaß für alle Altersgruppen. Für Gäste mit Hund gibt es einen Extra-Bereich, in dem auch die Vierbeiner mit an den Strand gehen dürfen.

Daneben gibt es Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten: Ein Tennisplatz, Beachvolleyballfelder, ein Fahrradverleih, ein Golf- und Minigolfplatz sowie Surf- und Segelkurse.

Huttopia Versailles (Frankreich)

Mitten in der Natur und trotzdem unweit der europäischen Metropole Paris: Der Campingplatz in Huttopia Versailles liegt nur wenige Minuten von Schloss Versailles entfernt, mit dem Zug sind Besucher schnell in Paris.

Der Campingplatz wirbt mit Lagerfeuer in der freien Natur, einfachen Holzhütten und einem beheizten Pool. Die Unterkünfte variieren von komfortablen Zelten bis hin zu Holzchalets für die ganze Familie.

Wer möchte, kann hier auch sein eigenes Zelt oder seinen Wohnwagen abstellen. Alle Camper bekommen jeden Morgen frisches Brot, es kann auch in einem Restaurant auf dem Campingplatz gefrühstückt oder abends gegessen werden.

Guldager Camping (Dänemark)

Ruhig und idyllisch: Der Campingplatz Guldager liegt direkt neben einem Naturschutzgebiet und ist nicht weit vom Strand entfernt.

Gleichzeitig gibt es viele Angebote für Kinder, einen weitläufigen Spielplatz im Außenbereich und einen überdachten Spieleraum – falls das Wetter nicht mitspielen sollte. Auf dem Platz selbst gibt es einen kleinen Shop und eine Bäckerei.

Sanguli Salou (Spanien)

Laut einer Befragung des ADAC gehört dieser Campingplatz zu einem der beliebtesten in ganz Europa. Strand, Sport, Shopping: Der Campingplatz Sanguli Salou bietet all das an einem Ort.

Für Kinder gibt es ein Rutschenparadies mit großem Pool, für Erwachsene eine ausgedehnte Liegewiese, der Strand ist auch nicht weit entfernt. Das Campingresort wird dabei zu einer Mini-Stadt – mit eigenem Touristenzug durch den Campingplatz, einem Restaurant sowie mehreren Einkaufsmöglichkeiten.

Camping Sägemühle (Südtirol)

Hier gibt es Sonne an mehr als 300 Tagen im Jahr! Der Campingplatz Sägemühle in Südtirol wirbt mit dem schönen Wetter der idyllischen Region – und mit den luxuriösen Campingangeboten, die er zu bieten hat.

Ein Panorama-Hallenbad und eine weitläufige Sonnenterrasse laden zur Erholung ein. Die Umgebung ist zum Wandern, Radfahren und im Winter zum Skifahren geeignet. Hierzu bieten die Holzbungalows auf dem Campingplatz eine kuschelige Alternative für die kalte Saison.


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So gefährlich ist Dehydration

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Flüssigkeitsmangel: Warum richtiges Trinken nicht nur bei Hitze wichtig ist

Von Katja Degenhart

Aktualisiert am 19. Juni 2019, 15:01 Uhr

Sommer, Sonne, Schwitzen: Bei hohen Temperaturen verliert der Körper besonders viel Flüssigkeit. Wer nun zu wenig trinkt, der riskiert seine Gesundheit: Kopfschmerzen, Schwindelanfälle und Muskelkrämpfe sind ernstzunehmende Symptome. Worauf Sie jetzt achten müssen, um Flüssigkeitsmangel zu vermeiden.


So schön der Sommer gerade auch ist – die ungewohnte Hitze stellt unseren Organismus vor einige Probleme. Hauptrisiko ist dabei Flüssigkeitsmangel, der eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit darstellen kann. Denn gerade bei großer Hitze sondert der Körper viel Flüssigkeit über die Haut ab. Dies gilt auch, wenn man nicht oder nur wenig schwitzt.

Wasser als wichtiger Treibstoff

Der menschliche Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Unser größter Leistungsträger – das Gehirn – setzt sich sogar zu 90 Prozent aus Wasser zusammen. Auch Blut, Leber, Muskelzellen und Haut enthalten einen hohen Anteil an dem lebenswichtigen Elixier.

Als "Nährstoff-Taxi" übernimmt Wasser eine wesentliche Rolle im Körper und ist Voraussetzung für die verschiedensten Stoffwechselvorgänge. Es transportiert Nährstoffe in die Zellen und ist für die Ausscheidung von Abbauprodukten im Körper verantwortlich.


Eine weitere wichtige Aufgabe des Wassers ist die Regulierung der Körpertemperatur. Als körpereigene Klimaanlage schützt es durch Schwitzen vor Überhitzung und trägt dazu bei, die Körpertemperatur konstant auf 37 Grad zu halten.

Allerdings verliert der Körper jeden Tag ungefähr zweieinhalb Liter Wasser und kann keine eigenen Wasserreserven bilden.

Da erklärt es sich fast von selbst, dass unser Organismus eine ausreichende und regelmäßige Wasserzufuhr benötigt, um richtig zu funktionieren. Einen Teil der verlorenen Flüssigkeit nimmt er über die Nahrung wieder auf. Die restliche Menge muss in Form von Getränken zugeführt werden.

Wie viel Flüssigkeit der Körper benötigt, ist unter anderem abhängig von Alter, Gewicht, Tätigkeit und der Umgebungstemperatur. Als Richtwert empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Erwachsenen, unter normalen Lebensbedingungen täglich eineinhalb bis zwei Liter zu trinken.

Anzeichen innerer Austrocknung

Wird die benötigte Trinkmenge nicht aufgenommen, kommt es zu Flüssigkeitsmangel – und mit ihm die entsprechenden Gefahren.

Das deutlichste Warnzeichen für Dehydration ist Durst. Weitere mögliche erste Symptome können Kopfschmerzen, Schwächegefühl oder Konzentrations- und Reaktionsschwäche sein. Auch das Gefühl, etwas wacklig auf den Beinen zu stehen, gehört dazu. Grund für diese Symptome ist die Verdickung des Blutes. Sie entsteht, wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit zur Verfügung hat. Als Folge kann nicht genug Sauerstoff ins Gehirn vordringen.

Die Haut und Schleimhäute trocknen aus, es kann zu Verdauungsbeschwerden kommen. Bei einer stärkeren Dehydration treten vermehrt Kreislauf- und Herzprobleme in Form von Schwindelanfällen, Rhythmusstörungen, Kreislaufkollaps oder Muskelkrämpfen auf. In schlimmen Fällen können sogar Nierenschäden die Folge sein.

Senioren sind besonders gefährdet

Wie lange es dauert, bis der Körper erste Anzeichen einer Austrocknung zeigt, hängt von vielen Faktoren ab. Unter anderem kann auch das Alter entscheidend sein. Gefährlich wird es vor allem für Senioren: Sie leiden besonders schnell unter Flüssigkeitsmangel.

Ältere Menschen merken erst spät, wenn ihnen Flüssigkeit fehlt, da alternde Sinneszellen das Durstempfinden unterdrücken. "Das Durstgefühl lässt im Alter nach, das kann also trügerisch sein", warnt auch Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA). "Im Alter nach Gefühl zu trinken, ist daher falsch", so die Expertin. Senioren sollten sich daher täglich eine konkrete Trinkmenge vornehmen.

"1,5 Liter pro Tag sind auch bei älteren Menschen der von uns empfohlene Orientierungswert", sagt Theresa Stachelscheid von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Allerdings ist dieser Wert wirklich nur Orientierung - individuell kann es, egal in welcher Altersgruppe, auch mehr oder weniger sein. Nur unter einem Liter sollte die tägliche Trinkmenge nicht liegen, warnt Stachelscheid. Und im Sommer muss es ohnehin deutlich mehr sein.


"Wie viel mehr, hängt unter anderem davon ab, wie jemand körperlich aktiv ist", so die Expertin. Manche Menschen sollten aber auch nicht ganz so viel trinken: "Bei Krankheiten wie Schädigungen der Nieren oder einer Herzinsuffizienz kann es nötig sein, die tägliche Flüssigkeitsmenge zu begrenzen." Hier sollte immer mit dem behandelnden Arzt Rücksprache gehalten werden.

So beugen Sie Flüssigkeitsmangel richtig vor

Wasser ist für die Flüssigkeitsaufnahme in der Regel die beste Wahl – für viele oft nur ein wenig langweilig. Die DGE rät daher zum Aufpeppen, etwa mit Ingwer, Minze oder Orangenscheiben.

Sogar Saft ist gerade bei Hitze empfehlenswert, meint Ingrid Dänschel aus dem Vorstand des Deutschen Hausärzteverbands: "Besser als Wasser kann eine Saftschorle aus einem Drittel Saft und zwei Dritteln Wasser sein. So nimmt man die Elektrolyte, die man beim Schwitzen verliert, wieder auf."

Wichtig ist, die Getränke nicht eiskalt oder zu heiß zu trinken. Zu starke Temperaturunterschiede belasten den Körper zusätzlich, da er die Schwankungen ausgleichen muss. Auch auf Alkohol sollte – vor allem bei hohen Temperaturen – besser verzichtet werden, da er den Körper weiter austrocknet.

Bei auftretenden Symptomen eines Flüssigkeitsmangels sollten Betroffene in kleinen Schlucken trinken. Meist fehlen dem Körper dann auch Salze und Mineralstoffe, daher sind Getränke, die Elektrolyte enthalten, besonders geeignet. Wer bereits an einem starkem Flüssigkeitsmangel leidet, könnte eine Infusion benötigen und sollte daher einen Arzt aufsuchen.

Verwendete Quellen:

  • Deutsche Presseagentur dpa
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.: Referenzwerte Wasser
  • Netdoktor: Dehydration
  • Medicalpress.de
  • Pharmazeutische Zeitung: Gefahr im Alter

Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine persönliche Beratung und Behandlung durch einen Arzt.



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Das müssen Sie zum Startschuss für Elektro-Tretroller wissen

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Aktualisiert am 15.06.19 um 12:46 Uhr

Vorsicht, die E-Scooter kommen! Am Samstag tritt die Zulassung der Elektro-Tretroller in Kraft. Tatsächlich auf den Straßen fahren werden die Mini-Flitzer wohl erst in einigen Wochen. Die wichtigsten Fakten im Überblick.


Die ersten E-Scooter-Fahrer scharren schon mit den Hufen, doch noch steht die Startampel auf Rot. Zwar tritt die Zulassung der Elektro-Tretroller an diesem Samstag offiziell in Kraft. Losrollen können die kleinen Fahrzeuge aber wohl frühestens im Juli. Nach der generellen Zulassung müssen die Hersteller für ihre Modelle noch die Betriebserlaubnis beantragen, Käufer und Vermieter brauchen zudem Haftpflichtversicherungen. Wichtige Fragen und Antworten im Überblick.

Wie sieht die Situation in den hessischen Städten aus?

Einige Anbieter wittern schon das große Geschäft mit dem E-Roller-Verleih. In Frankfurt hinterlegten nicht weniger als zehn Unternehmen ihr Interesse. Am Ende dürfte die Zahl der Verleih-Anbieter deutlich niedriger sein, die in Frankfurt ihre elektrischen Scooter an die Frau oder den Mann bringen wollen. Die gefürchtete Innenstadt-Flutung mit tausenden E-Scootern dürfte wie schon bei den Fahrradverleihern ausbleiben. Frankfurt hat außerdem vorgesorgt und strenge Regeln für die Anbieter aufgestellt.

Auch in Wiesbaden haben ein halbes Dutzend Unternehmen angefragt, auch Kassel und Darmstadt berichteten zuletzt von unverbindlichen Anfragen. Für die Anbieter sind kleinere Städte aber weniger attraktiv, weil sich dort damit kaum Geld verdienen lässt.

Dürfen E-Scooter in Bus und Bahn mitgenommen werden?

Ja und nein. Die Elektro-Scooter lassen sich wie die klassischen Roller problemlos zusammenklappen. Die Deutsche Bahn ließ mitteilen, dass klappbare E-Scooter in allen ihren Fernzügen transportiert werden dürfen, wenn sie sich unter dem Sitz oder in der Gepäckablage verstauen lassen. Im Nahverkehr gibt es wie für Fahrräder keinen Anspruch auf eine Mitnahme.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) erklärte, dass Kinderwagen und Rollstuhlfahrer Vorrang hätten. Bei diesem Thema versteht auch der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) keinen Spaß. Zu den Stoßzeiten können die Verkehrsbetriebe landauf und landab die Mitnahme von E-Scootern verbieten. "Wenn die Bahn morgens voll ist, kann die Mitnahme untersagt werden", sagte eine RMV-Sprecherin dem hr.

Darf ich betrunken E-Scooter fahren?

Anders als bei Fahrrädern oder E-Bikes gelten für E-Scooter die strengeren Promillegrenzen für Kraftfahrzeuge. Das heißt, für Fahranfänger gilt die 0,0-Promillegrenze, für alle anderen Fahrer ist mit 0,5 Promille Alkohol im Blut Schluss. Ansonsten drohen Bußgeld und Fahrverbot. Wer also beim Kneipenbesuch zu tief ins Glas geschaut hat, sollte den E-Scooter besser schieben als fahren. Ein Unfall unter Alkoholeinfluss könnte unangenehme Folgen haben, wenn man nicht entsprechend versichert ist.

Muss ich einen E-Tretroller versichern?

Ohne Versicherung mit einem E-Scooter durch die Gegend zu brausen, geht gar nicht. Versicherer nennen für die Haftpflicht Preise von rund 30 Euro jährlich - für jüngere Fahrer ist es meist teurer als für ältere. Da die Haftpflicht nur Schäden an Dritten abdeckt, sollten Fahrer für sich selbst eine Unfallversicherung abdecken. Rollerbesitzer können auch Kaskoversicherungen abschließen, die beispielsweise bei Diebstahl bezahlen.

Welche gesetzlichen Vorschriften gibt es?

Vor der ersten Spritztour ist ein Blick ins gesetzliche Regelwerk ratsam. Es gibt einige Dinge zu beachten. E-Scooter dürfen maximal 20 Stundenkilometer schnell sein. Die Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein und dürfen nur auf Radwegen fahren - oder auf der Straße, wenn es keinen Radstreifen gibt. Gehwege sind tabu. Vorgeschrieben ist eine selbstklebende Haftpflicht-Versicherungsplakette, die hinten angebracht werden muss.

Welches Bußgeld droht bei Verstößen?

70 Euro kostet es, wenn man einen E-Scooter ohne allgemeine Betriebserlaubnis fährt und in eine Polizeikontrolle tappt. Fahren ohne gültigen Versicherungsaufkleber soll 40 Euro kosten, ein Verstoß gegen die Beleuchtungsvorschriften 20 Euro. Wer auf nicht zulässigen Verkehrsflächen unterwegs ist oder verbotenerweise nebeneinander fährt, muss 15 Euro zahlen - mit Behinderung eines anderen Verkehrsteilnehmers 20 Euro, mit Gefährdung 25 Euro, mit Sachbeschädigung 30 Euro.

Was ist, wenn ich mir bereits einen E-Scooter gekauft habe?

Der eine oder andere hat schon Menschen auf E-Tretrollern durch die Gegend düsen sehen. Verbotenerweise! Zwar gibt es im Internet schon diverse Modelle, diese sind aber noch nicht zugelassen. Deshalb raten die allermeisten Experten von einem vorschnellen Kauf ab. Bis die ersten zugelassenen Tretroller auf den Markt kommen, wird es noch ein paar Wochen dauern.

Bei bereits verkauften E-Rollern muss der Hersteller nachträglich eine Allgemeine Betriebserlaubnis beantragen. Knackpunkt: Das ist den meisten Fällen zu teuer. Deshalb der Rat, sich noch etwas zu gedulden und dann einen ganz legalen Roller zu holen.

Wie äußert sich die Fahrradfahrer-Lobby über E-Scooter?

"Grundsätzlich sehr positiv", sagt Paul Fremer, der stellvertretende Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Hessen, dem hr: "Ich kann einen E-Scooter gut in die Bahn mitnehmen. Die Kombination aus Bahn und Roller ist attraktiv. Da wird das Verzichten auf das Auto noch ein wenig einfacher."

Allerdings seien die Flächen, die sich Radfahrer und Fußgänger teilen, jetzt schon begrenzt. "Dadurch erwarten wie doch erhebliche Konflikte", so Fremer: "Unsere Forderung ist, das Radwegenetz so auszubauen, dass die Wege ausreichend breit sind, dass alle Menschen auf den Wegen komfortabel gehen und fahren können."

Wird es durch E-Tretroller zu mehr Unfällen kommen?

Experten beantworten diese Antwort mit einem klaren Ja. Sie erwarten gerade in der ersten Zeit zahlreiche Unfälle, da sich alle Verkehrsteilnehmer an die neuen Fahrzeuge gewöhnen müssen. Auch der ADFC Hessen rechnet mit einer Zunahme an Unfällen. Ihr stellvertretender Landeschef Fremer sagt: "Wir befürchten, dass die Unfallquote steigen wird. Wenn es unglücklich läuft, kann es im schlimmsten Fall wie in Paris auch tödlich enden."

Eine Helmpflicht, die viele Experten empfehlen, lehnt der ADFC aber ab: "Der nächste Schritt wäre dann, dass auch Fußgänger und Autofahrer Helme tragen müssten. Eine Pflicht würde auch dazu führen, dass Radfahren und E-Scooter-Fahren grundsätzlich unattraktiv werden."

Veröffentlicht am 15.06.19 um 12:30 Uhr

Quelle: hessenschau.de/maro 

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Fahrradfahren soll sicherer werden

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Aktualisiert am 08. Juni 2019, 09:39 Uhr

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will mit neuen Regeln das Fahrradfahren im Straßenverkehr vereinfachen und sicherer machen. Die wichtigsten Änderungen der Straßenverkehrsordnung im Überblick.


Mehr Platz und mehr Rechte für Radler, strengere Regeln für Autos: Radfahren soll in Deutschland sicherer werden. "Das Rad ist gleichberechtigter Teil des Straßenverkehrs", sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Freitag. Konkret will er mit mehreren Gefahrenquellen und Ärgernissen für Radfahrer Schluss machen. Sie sollen im Straßenverkehr auch schneller vorankommen als bisher. Es geht nicht nur um neue Halteverbote und Überholabstände für Autos, sondern zum Beispiel auch um grüne Pfeile an der Ampel. Zuerst berichtete die "Bild"-Zeitung (Freitag) darüber.


Die wichtigsten geplanten Änderungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) im Überblick:

SCHUTZSTREIFEN: In vielen Städten gibt es "Schutzstreifen" für Radler auf bestimmten Straßen - abgegrenzt mit einer weißen gestrichelten Linie auf der Fahrbahn. Autos dürfen dort schon jetzt nicht parken, aber bis zu drei Minuten halten. Auch das kann Radfahrer aber zu Ausweichmanövern zwingen und soll künftig tabu sein. Das Bußgeld fürs Parken auf Schutzstreifen (20 Euro) soll erhöht werden, ebenso fürs Parken in zweiter Reihe. Konkrete Summen wurden noch nicht genannt.

ÜBERHOLEN: Wenn Autos zum Überholen an Radlern vorbeiziehen, ist das manchmal eine gefährlich enge Sache. Konkret vorgeschrieben werden sollen daher mindestens 1,50 Meter innerorts, sonst sogar zwei Meter. Bisher spricht die StVO nur vage von "ausreichendem Seitenabstand". An engen Stellen sollen die Länder mit einem neuen Verkehrszeichen für Autos auch ein komplettes Radler-Überholverbot anordnen können.


ABBIEGE-UNFÄLLE: Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, wenn Lkw-Fahrer Radler oder Fußgänger beim Rechtsabbiegen übersehen, die sich neben ihrem Fahrzeug befinden. Innerorts sollen Laster deswegen künftig in Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen müssen, also mit sieben bis elf Kilometern pro Stunde.

Ein Grünpfeil nur für Radler

GRÜNER PFEIL: Die kleinen Zusatzschilder, die an bestimmten Kreuzungen ein vorsichtiges Rechtsabbiegen an roten Ampeln zulassen, sollen künftig auch für Radler auf dem Radweg gelten. Ganz neu eingeführt werden soll ein extra Grünpfeil, der allein für Radfahrer gilt.

FAHRRADBEREICHE: Ähnlich wie Tempo-30-Zonen für Autos sollen künftig auch Fahrradzonen eingerichtet werden können. Für Lastenfahrräder sollen Parkflächen und Ladezonen ausgeschildert werden können.


PARALLEL-RADELN: Das Nebeneinanderfahren von Radlern soll künftig ausdrücklich erlaubt sein, sofern der Verkehr damit nicht behindert wird. Bisher müssen Räder grundsätzlich einzeln hintereinander fahren, nur in Ausnahmefällen ist es auch nebeneinander möglich.

EINBAHNSTRASSEN: Für Kommunen soll es leichter werden, Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung freizugeben.

Mahnende Unfall-Statistik

"Wir werden nun damit auf die Länder zugehen, damit diese für den Radverkehr wichtigen Maßnahmen schnellstmöglich in Kraft treten können", teilte Scheuer mit.

Radfahren vor allem in Städten kann riskant sein. 382 Fahrradfahrer kamen laut Statistischem Bundesamt 2017 in Deutschland ums Leben, 2018 waren es nach vorläufigen Angaben mindestens 50 mehr.


Scheuer will nun vieles umsetzen, was Radfahrer schon länger fordern - etwa den Überholabstand und Schritt-Tempo beim Rechtsabbiegen für Lastwagen. Wenn demnächst auch Elektro-Tretroller im Straßenverkehr unterwegs sind, dürfte es auf den Radwegen noch enger werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat auch gefordert, Tempo 30 in Städten zur Regel zu machen und Tempo 50 zur Ausnahme - das findet sich in Scheuers Plänen aber nicht wieder.

Gegenseitige Rücksichtsmaßnahme

Der Autofahrerclub ADAC begrüßte die Pläne als "Chance, Konflikte zwischen Radverkehr und Auto zu entschärfen". Wichtig seien alle Maßnahmen, die die Übersicht erhöhen – "so etwa an Kreuzungen und Einmündungen". Dafür Parkverbote auszuweiten sei zwar "schwierig", aber dennoch "hinzunehmen" mit Blick auf die Verkehrssicherheit. Entscheidend sei aber, gegenseitig Rücksicht zu nehmen, sich an Regeln zu halten und zuverlässig zu kontrollieren.

Die Grünen vermissen in Scheuers Plänen eine Regelung zu Abbiegeassistenten für Lkw, die Fahrer beim Abbiegen warnen oder sogar abbremsen, wenn Fahrradfahrer oder Fußgänger neben dem Fahrzeug sind. Eine solche Regelung könne es Kommunen ermöglichen, nur Lkw mit diesen technischen Hilfen einfahren zu lassen, sagte der radpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Stefan Gelbhaar. (dpa/best)  

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Was tun bei Kredtikartenbetrug

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Von Agnes Brandes

Aktualisiert am 21. Juni 2019, 20:32 Uhr

Die Fälle von Kreditkartenbetrug nehmen über mehrere Jahre betrachtet zu. Die Maschen der Kriminellen sind vielseitig. Erfahren Sie, wie Sie sich davor schützen können und was im Ernstfall zu beachten ist.


Kreditkarten sind ein beliebtes Zahlungsmittel und besonders im internationalen Zahlungsverkehr ohne Frage praktisch. Sie bieten jedoch auch eine große Angriffsfläche für Betrug.

In Dänemark beispielsweise wird Bargeld inzwischen kaum noch genutzt. Von 2015 bis 2018 hat sich dort aber auch die Zahl der Fälle verdoppelt, in denen Kreditkartendaten gestohlen und missbraucht wurden. Über mehrere Jahre betrachtet nimmt der Kreditkartenbetrug in ganz Europa zu. 

Wie kommt es zu einem Kreditkartenbetrug?

Am häufigsten treten in Europa Betrugsfälle auf, bei denen die physische Karte nicht mit im Spiel ist. Solche Vorfälle werden mit CNP ("card not present") bezeichnet.

Die Kreditkartendaten werden durch Schadsoftware abgefangen, die als Anhang in Phishing-Mails, durch den Download unsicherer Apps und Programme oder den Besuch belasteter Webseiten auf den Computer oder das Smartphone gelangen.

In anderen Fällen stehlen Hacker die Kreditkartendaten von den Unternehmen, bei denen Kunden sie als Zahlungsmittel hinterlegen. Eine weitere Gefahr ist das sogenannte Skimming: Die Täter bringen dabei Lesegeräte an Geldautomaten an, um so die Kreditkartendaten auszulesen.

Auch außerhalb der digitalen Welt können Kreditkartendaten ausgespäht werden. Diese Gefahr besteht immer, wenn Dritte die physische Kreditkarte abfotografieren, kopieren oder die Nummern abschreiben können. Und schließlich gibt es immer wieder Fälle, in denen die Kreditkarte schlicht gestohlen wird.

Was ist im Betrugsfall zu tun?

Wenn Ihre Kreditkarte abhanden kommt oder Sie einen Datenverlust befürchten, sollten Sie schnell handeln und die Karte sofort sperren lassen.

Prüfen Sie Ihre Kartenumsätze regelmäßig. Wenn Sie eine unautorisierte Zahlung entdecken, reklamieren Sie diese sofort bei Ihrem Kreditinstitut.

Die Telefonnummern der zentralen Sperrannahmedienste:

  • EC-Karte / Girocard 01805 021021
  • American Express 069 97977777
  • Eurocard / MasterCard 0800 8191040
  • Diners Club 01805 336695
  • VISA 0800 8149100
  • Zentraler Sperrnotruf 116 116 

Wer haftet für den entstandenen Schaden?

Für Schaden, der vor der Verlustmeldung einer Karte entstanden ist, haftet der Kunde bis maximal 50 Euro. Übersteigt der Schaden diese Summe, haftet das Kreditinstitut für den restlichen Betrag. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie sich an die Vertragsbedingungen gehalten haben.

Dazu gehört, dass Sie einen Verlust ohne Zeitverzögerung melden und nicht fahrlässig handeln. Als fahrlässig gilt es beispielsweise, wenn Sie die Kreditkarte zusammen mit der PIN-Nummer im Portemonnaie aufbewahren.

Wie kann man sich schützen?

  • Wählen Sie Anbieter beim Onlineshopping sorgsam aus. Das Gütesiegel "Trusted Shops" weist beispielsweise auf einen vertrauenswürdigen Händler hin.
  • Streuen Sie Ihre Daten nicht unnötig breit. Auch seriöse Anbieter können Opfer von Hackern werden. Wenn Sie für alle Bezahlvorgänge einen Zahlungsdienstleister wie PayPal wählen, liegen Ihre Kreditkartendaten nur an einer Stelle.
  • Lassen Sie Ihre Karte bei Zahlungsvorgängen nicht aus den Augen und erlauben Sie Dienstleistern und Händlern nie, eine Kopie anzufertigen oder sich die Daten zu notieren. Achten Sie darauf, dass Sie nach der Bezahlung auch tatsächlich Ihre eigene Karte zurückerhalten.
  • Seien Sie vorsichtig am Geldautomaten. Lassen Sie sich bei der Eingabe der Zahlungsdaten nicht über die Schulter schauen und achten Sie darauf, ob das Lesegerät oder die Tastatur manipuliert aussehen.
  • Halten Sie den Virenschutz auf Computer, Tablet und Smartphone immer aktuell und laden Sie keine Dateien herunter, über deren Vertrauenswürdigkeit Sie nicht sicher sind. Das gilt auch für E-Mail-Anhänge.
  • Lernen Sie Ihre PIN auswendig und vernichten Sie anschließend die Mitteilung Ihres Kreditinstituts. Notieren Sie die PIN am besten gar nicht und heben Sie sie unter keinen Umständen an einer Stelle mit der Karte auf.
  • Nehmen Sie Kreditkartenbelege immer mit und werfen diese nicht in den Papierkorb der Bank oder des Geschäftes. Wenn Sie die Belege nicht mehr brauchen, vernichten Sie diese so, dass sie nicht mehr gelesen werden können.


Passende Suchen

  • Ernstfall
  • Kreditkartendaten
  • American Express
  • Dänemark
  • MasterCard Incorporated 


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Autofahrer sollen auch leichte Motorräder fahren dürfen - mit Einschränkungen

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Wer einen Autoführerschein hat, soll künftig leichte Motorräder - 125er genannt - auch ohne zusätzlichen Motorradführerschein fahren dürfen. Unfallexperten sind von den Plänen des Verkehrsministers Andreas Scheuer entsetzt.


Wer zusätzlich zum Auto auch leichte Motorräder fahren möchte, muss mindestens 25 Jahre alt sein, seit fünf Jahren einen Führerschein der Klasse B haben und eine "Fahrerschulung" mit mindestens fünf 90-minütigen Fahrstunden absolvieren, heißt es in einem Verordnungsentwurf des Bundesverkehrsministeriums.

Darüber hatte zuerst der "Spiegel Online" berichtet und sich auf einen Entwurf von Verkehrsminister Andreas Scheuer bezogen. Der Entwurf liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor.


Unfallexperten entsetzt von Andreas Scheuers Vorschlag

Es geht dabei um Krafträder der Klasse A1 mit einem Hubraum von bis zu 125 Kubikzentimeter und einer Motorleistung von nicht mehr als 11 Kilowatt, also 15 PS.

"Ziel der Schulung ist die Befähigung zum sicheren, verantwortungsvollen und umweltbewussten Führen eines entsprechenden Leichtkraftrades", heißt es in dem Papier.

Unfallexperten zeigen sich laut "Spiegel" entsetzt von dem Vorschlag und warnen davor, dass dadurch mehr Menschen durch Motorradunfälle getötet oder verletzt werden würden.

Warum Scheuer Autofahrern den Zugang zu Motorrädern erleichtern möchte, gehe aus dem Vorschlag nicht hervor, berichtet der "Spiegel" weiter. (pak)

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Spiegel: Autofahrer sollen ohne Prüfung Motorräder fahren dürfen 


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Darf man sein Auto mit laufendem Motor vorkühlen?

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Alltagsfrage: Darf man sein Auto mit laufendem Motor vorkühlen?

Aktualisiert am 26. Juli 2019, 15:44 Uhr

Im Winter ist es bereits gängige Praxis: Motor anschalten, die Heizung aufdrehen und das Auto so stehen lassen, bis es schließlich warm genug ist. Im Sommer scheint die gleiche Methode mit der Klimaanlage auch immer mehr in Mode zu kommen. Aber darf man das überhaupt?


Bei Temperaturen über 35 Grad hält man es im Auto kaum aus. Zumindest die ersten Minuten, bis die Klimaanlage herrlich kühle Luft in den Wagen bläst. Um gleich in ein klimatisiertes Auto zu steigen, machen viele Fahrer vor dem Einsteigen schon den Motor an, drehen die Klimaanlage auf und warten kurz. Das ist nicht nur eine unnötige Belastung für die Umwelt, sondern es kann sogar zu einer Ordnungswidrigkeitsanzeige kommen.


In der Straßenverkehrsordnung Paragraf 30 steht nämlich: "Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen und Fahrzeugtüren übermäßig laut zu schließen."

Das heißt, wer den Motor eines stehenden Fahrzeuges laufen lässt, nur um das Auto zu wärmen oder zu kühlen, der handelt sich theoretisch eine Ordnungswidrigkeitsanzeige ein. Das Bußgeld für ein solches Vergehen beträgt laut Bußgeldkatalog 2019 10 Euro. (awa)

Verwendete Quellen:

  • Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Straßenverkehrs-Ordnung
  • Bußgeldkatalog 2019: Motor laufen lassen: Regelung der StVO zur Ordnungswidrigkeit.


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EuGH stoppt Pkw-Maut in Deutschland:  Die Reaktionen auf das Urteil

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Aktualisiert am 18. Juni 2019, 17:17 Uhr
Der Europäische Gerichtshof kassiert die deutsche Pkw-Maut. Sie sei in ihrer aktuellen Form nicht mit EU-Recht vereinbar und würde vor allem Autofahrer aus anderen EU-Staaten diskriminieren. So fallen die Reaktionen auf das Urteil aus.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die PKW-Maut in Deutschland gestoppt. Sie sei EU-rechtswidrig und diskriminierend, da ihre wirtschaftliche Last praktisch ausschließlich auf den Haltern und Fahrern von in anderen EU-Staaten zugelassenen Fahrzeugen liege, erklärten die obersten EU-Richter am Dienstag in Luxemburg. 
Die Einführung der Maut nach dem jetzigen Modell ist damit nicht möglich, das Prestigeprojekt der CSU steht damit vor dem endgültigen Aus. So fallen die Reaktionen aus.

Die Reaktionen aus Deutschland

Die deutsche Pkw-Maut ist nach den Worten von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in ihrer jetzigen Form "vom Tisch". Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) sei "zu respektieren und zu akzeptieren", sagte Scheuer am Dienstag in München.
Es sei eine Task Force eingesetzt worden, um die Folgen der Entscheidung zu bewerten, sagte Scheuer. Diese werde noch am Dienstag tagen. Der Minister versicherte zugleich, dass das Urteil keine Absage an eine Nutzerfinanzierung der Infrastruktur sei. Diese gebe es auch in vielen anderen EU-Staaten.
Die Pkw-Maut sollte eigentlich ab Oktober 2020 erhoben werden. Die organisatorische Umsetzung sei in "vollem Gang" gewesen, sagte Scheuer. Er erinnerte zudem daran, dass auch die EU-Kommission grünes Licht für das deutsche Modell gegeben habe. Die Pkw-Maut ist seit Jahren auch in Deutschland umstritten und gilt vor allem als Prestigeprojekt der CSU.

Bundesinnenminister und Ex-CSU-Chef Horst Seehofer hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Maut kritisiert. "Man muss Gerichtsurteile akzeptieren, aber man muss sie nicht verstehen", sagte er am Dienstag in Berlin. Nach seiner Einschätzung werde die Entscheidung die Zustimmung gegenüber europäischen Institutionen nicht gerade erhöhen - "schade", fügte er hinzu. Seehofer hatte sich als bayerischer Ministerpräsident und CSU-Chef immer stark gemacht für die Einführung einer PKW-Maut in Deutschland.
Für die SPD ist das auf Betreiben der CSU beschlossene Modell für eine Pkw-Maut mit dem Urteil des EuGH hinfällig. "Die Pkw-Maut der CSU wird nicht kommen", sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol am Dienstag.

"Die Bedingungen der SPD für eine Einführung der Pkw-Maut sind nicht mehr gegeben." Voraussetzung für die Zustimmung in der großen Koalition sei unter anderem gewesen, dass die Maut nicht gegen europäisches Recht verstoße.
Bartol kritisierte weiter, es sei ein Fehler gewesen, dass Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) das Urteil nicht abgewartet und schon den Zuschlag für die Erhebung der Maut an einen privaten Betreiber erteilt habe. "Er muss jetzt sicherstellen, dass für den Bundeshaushalt kein finanzieller Schaden entsteht."
Die Grünen begrüßten das Urteil des EuGH. "[Verkehrsminister] Andreas Scheuer kommt nicht durch mit seiner wahnwitzigen Idee einer Zahlung für alle, die ihre Steuern nicht in Deutschland zahlen", sagte ihr Verkehrsexperte im Europaparlament, Michael Cramer. Bereits im Vorfeld des Urteils hatten die Grünen den Sinn der Abgabe angezweifelt und vor einem Minusgeschäft gewarnt.

FDP-Chef Christian Lindner sieht im Scheitern der geplanten Pkw-Maut einen Gewinn für Europa. "Das Urteil über die Rache-Maut ist eine Niederlage für die CSU, aber ein Gewinn für Europa und die deutschen Steuerzahler", sagte Lindner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Kosten und Nutzen standen nie in einem angemessenen Verhältnis." Der grenznahe Verkehr und damit die wirtschaftlichen Verflechtungen hätten Schaden genommen.
Der Autofahrerclub ADAC fordert nach dem Scheitern der geplanten Pkw-Maut nun einen völligen Verzicht auf eine solche Abgabe. "Die Koalition hatte eine finanzielle Mehrbelastung der heimischen Autofahrer ausdrücklich ausgeschlossen", sagte ein ADAC-Sprecher am Dienstag. "Dieses Versprechen muss angesichts der bereits hohen Belastungen für Autofahrer eingehalten werden." 

Die Reaktionen aus Österreich

Österreich sieht sich in seiner kritischen Haltung gegenüber der Einführung einer deutschen Pkw-Maut durch das Urteil der Richter auf ganzer Linie bestätigt.
Verkehrsminister Andreas Reichhardt hat die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zur Pkw-Maut in Deutschland begrüßt. "Die Richter des EuGH haben die deutsche Pkw-Maut für diskriminierend erklärt und damit zum Glück Klarheit geschaffen", sagte Reichhardt am Dienstag in Wien.
Das Urteil sei aus seiner Sicht ein deutliches Signal für Fairness und einen gemeinsamen Binnenmarkt. Er gehe nun davon aus, dass Deutschland "dieses EuGH-Urteil respektieren wird und damit die Diskriminierung von ausländischen Pkw-Fahrern hintangestellt wird", sagte Reichhardt.

Sein Vorgänger, der Ex-FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer, begrüßte das Urteil des EuGH ebenfalls. Er zeigte sich "erleichtert" und äußerte nochmals Kritik an Bundesverkehrsminister Andreas Scheurer: "Während meiner Amtszeit als Verkehrsminister habe ich mehrere Gespräche mit meinem deutschen Amtskollegen Andreas Scheuer geführt. Er wollte mich zu einem Rückzug der österreichischen Klage bewegen – ich habe abgelehnt. Das heutige Urteil gibt der österreichischen Position recht."
Für den Österreichischen Automobilclub ÖAMTC ist das EuGH-Urteil "ganz im Sinne der europäischen Idee". Es sei eine Schlechterstellung von Autofahrern aus anderen EU-Ländern verhindert worden. 
Zwar stünde es Deutschland weiterhin frei, eine Maut einzuführen. Das Urteil zeige jedoch, "dass die vorgeschlagene Variante, die deutsche Autofahrer über den Umweg der Kfz-Steuer entlastet hätte, nicht rechtskonform ist", sagte Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Reaktionen aus den Niederlanden

Die Niederlande sind froh über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), wonach die Pkw-Maut in Deutschland rechtswidrig und diskriminierend ist. Das ist ein "Pluspunkt für den niederländischen Autofahrer", erklärte Verkehrsministerin Cora van Nieuwenhuizen am Dienstag in Den Haag, wie die niederländische Agentur ANP berichtet.
Die Niederlande hatten sich der Klage Österreichs vor dem Gerichtshof angeschlossen, weil sie erhebliche Kosten für Niederländer fürchteten. Die Maut sei eine Diskriminierung ausländischer Autofahrer. "Ich bin froh, dass unser Widerstand Erfolg hatte", sagte die Ministerin. (mgb/dpa) 

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Schnell den Weg frei machen - So bilden Sie eine Rettungsgasse

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Von Jennifer Fraczek

Aktualisiert am 16. Juli 2019, 16:55 Uhr

Immer wieder kommt es vor, dass Rettungskräfte bei einem Unfall nicht so schnell zu den Verletzten kommen, wie sie sollten. Nicht selten liegt das daran, dass die Autofahrer im Stau vor der Unfallstelle keine Rettungsgasse bilden, um die Helfer durchzulassen. Dabei ist die Regel ganz einfach und auf ihre Nichteinhaltung steht ein Bußgeld.


In der Ferienzeit ist der Verkehr vor allem auf den Autobahnen oft sehr dicht. Da kann es schnell zu Unfällen kommen. Für die Verletzten ist es wichtig, dass ihre Helfer dann schnell am Unfallort sind. Doch gerade im dichten Verkehr kommen die Rettungskräfte oft nicht gut durch. 

Die sogenannte "Rettungsgasse" soll solche Probleme verhindern: Im Stau vor einer Unfallstelle sind alle Autofahrer angehalten, so zur Seite fahren, dass Polizei, Feuerwehr, Kranken- und Abschleppwagen ohne Schwierigkeiten vorankommen. Doch oft klappt das nicht gut. Dabei sind Autofahrer sogar per Gesetz verpflichtet, eine Rettungsgasse freizumachen. Das steht so in § 11, Absatz 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO). 

Dort steht auch, wie eine solche Gasse im Idealfall gebildet wird: Deutet sich ein Stau an, sollen all jene Fahrer, die auf dem linken Fahrstreifen fahren, ganz an den linken Rand fahren, und alle, die rechts davon fahren, sich nach rechts orientieren. So entsteht im Idealfall rechts vom linken Fahrstreifen eine leere Spur, durch welche die Rettungsfahrzeuge fahren können.

 

"Rettungsgasse bilden" gilt nicht nur auf der Autobahn

In § 11, Absatz 2, ist explizit von zwei- oder mehrspurigen Autobahnen sowie Land- oder Bundesstraßen ("Außerortstraßen") die Rede. Das heißt aber nicht, dass in der Stadt und auf einspurigen Straßen nicht Platz gemacht werden müsste. In § 38 der StVO heißt es nämlich, dass alle Fahrzeuge mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn stets "sofort freie Bahn" haben müssen.

Man nennt das dann zwar nicht "Rettungsgasse", das Prinzip ist aber das Gleiche: Die Autofahrer müssen ausweichen - bei einer einspurigen Straße dann eben nach rechts. Steht das Auto an einer roten Ampel, ist es erlaubt, ein Stück weit über die Haltelinie zu fahren, um Platz zu machen. Wird man dabei geblitzt, muss man keine Strafe fürchten.


Es drohen mindestens 200 Euro Bußgeld

Anders ist das, wenn man als Autofahrer nicht bei einer Rettungsgasse mitmacht. Nicht beiseite zu fahren, kann 200 Euro Bußgeld kosten und 2 Punkte in Flensburg bringen. Wer durch sein Verhalten Rettungskräfte behindert, andere gefährdet oder einen handfesten Schaden anrichtet, den erwartet die gleiche Punktestrafe, aber ein höheres Bußgeld (240, 280 und 320 Euro).

Hinzu kommen eventuell Fahrverbote von einem bis drei Monate. Da die Polizei bei einem Unfall ohnehin immer zur Stelle ist, nimmt sie bei dieser Gelegenheit "Rettungsgassen-Störer" mitunter gleich mit auf.

Nun ist es in den meisten Fällen wohl nicht böser Wille, wenn eine Rettungsgasse misslingt. Oft wissen die betroffenen Autofahrer gar nicht, ob überhaupt ein Unfall passiert ist, oder ob sich der Verkehr einfach nur so staut. Für den Gesetzgeber ist das aber ohnehin egal: Denn im § 11 steht, dass eine Rettungsgasse schon dann zu bilden sei, wenn der Verkehr stockt oder stillsteht - also nicht erst, wenn von irgendwo weit hinten (oder von ganz nah) ein Martinshorn zu hören ist.


Dabei kann jeder Autofahrer ein Vorbild sein und zur Seite fahren - und andere vielleicht dazu motivieren, es ebenfalls zu tun. Lächerlich muss sich dabei jedenfalls niemand vorkommen. Selbst wenn es letztlich gar keinen Unfall gab.

Platz ist eigentlich genug

Bei einer Breite von mindestens dreieinhalb Metern auf jeder Fahrspur muss in der Regel nicht einmal der Standstreifen ganz rechts genutzt werden, um Platz für die normalerweise bis zu zweieinhalb Meter breiten Einsatzfahrzeuge zu machen. Natürlich kann diese Fahrspur im Notfall genutzt werden, aber im Prinzip sollte sie für Pannenfahrzeuge frei bleiben.

Dass genervte Autofahrer auf den Standstreifen fahren, um dem Stau zu entkommen, ist übrigens ebenso tabu wie die Rettungsgasse selbst dafür zu nutzen. Wer hinter - oder sogar zwischen - den Einsatzfahrzeugen über die leere Spur prescht, behindert auf jeden Fall die Rettungskräfte und muss mit einer entsprechenden Strafe rechnen.


All diese Regeln gelten übrigens auch für Motorradfahrer. Im Stadtverkehr müssen selbst Fußgänger und Radfahrer Polizei und Krankenwagen vorbeilassen, auch an Zebrastreifen (an denen sie ja eigentlich "Vorfahrt" hätten).

Ähnliche Regeln in Österreich und der Schweiz, keine Regeln in Italien und Holland

Europaweit sind die Regeln zur Rettungsgasse recht unterschiedlich. Die meisten Länder kennen zumindest eine Vorschrift, wonach Polizei und Rettungskräfte im Einsatz immer Vorrang vor den anderen Verkehrsteilnehmern haben. Wie das genau gemacht wird, bleibt in einigen Ländern aber dem gesunden Menschenverstand der Autofahrer überlassen, etwa in Frankreich und Spanien.

In Slowenien und Tschechien ist die Regel ähnlich wie in Deutschland. Ebenso in Österreich, dort sind aber die Bußgelder höher. Bis zu 2.180 Euro werden dort laut ADAC fällig, wenn ein Autofahrer oder eine Autofahrerin Rettungskräfte behindert. Die Vorschrift in der Schweiz unterscheidet sich von denen in Deutschland und Österreich dadurch, dass hier nur Autobahnen "rettungsgassenpflichtig" sind. In Italien und den Niederlanden gibt es gar keine solchen Regelungen.

Verwendete Quellen:

  • Straßenverkehrsordnung (StVO): § 11 Besondere Verkehrslagen und § 38 Blaues Blinklicht und gelbes Blinklicht
  • Webseite des Kraftfahrtbundesamts: Besondere Verkehrslagen (Ordnungswidrigkeiten, Bußgeld) und Blaues Blinklicht (Ordnungswidrigkeiten, Bußgeld)
  • ADAC-Webseiten: Rettungsgasse richtig bilden, Rettungsgasse im europäischen Ausland, Bildung einer Rettungsgasse: So geht’s! (Broschüre, PDF), Blog-Beitrag: Rettungsgasse in der Stadt
  • Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags: Beantwortung eines Fragenkataloges zum Straßenbau, zur technischen Konstruktion, zu Lärmschutzansprüchen und zu den Auswirkungen eines Tempolimits (PDF)
  • Webseite der Feuerwehr Manching: Feuerwehrfahrzeuge
  • sueddeutsche.de (8. März 2019): Keine Rettungsgasse: Polizei fordert insgesamt 23.000 Euro Bußgeld


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Wie verhalte ich mich nach einem Unfall richtig?

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Von Maria Berentzen

Aktualisiert am 12. Juni 2019, 19:07 Uhr

Viele Menschen wissen nicht genau, was sie nach einem Unfall tun sollen. Wer die Unfallstelle absichert und Erste Hilfe leistet, macht schon einmal viel richtig. Danach erst sollte man anfangen, Beweise zu sammeln und Personalien zu notieren.


Einen Moment nicht aufgepasst, schon ist es passiert: Rund alle zwölf Sekunden ereignet sich in Deutschland ein Unfall. Oft handelt es sich dabei zum Glück nur um Blechschäden, ärgerlich für alle Beteiligten ist ein Unfall aber in jedem Fall. Viele Menschen wissen zudem gar nicht so genau, was nun zu tun ist.

"Zunächst einmal sollte man die Unfallstelle sichern", sagt Katrin von Randenborgh, Unternehmenssprecherin beim ADAC. Dazu schaltet man den Warnblinker ein und stellt danach das Warndreieck auf. Dieses sollte in einem Abstand von 50 bis 100 Metern von der Unfallstelle entfernt stehen.


Man ist verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten

Eine Warnweste muss man ohnehin im Auto haben. "Es ist sinnvoll, sie auch anzuziehen", sagt die Expertin. "Das gilt insbesondere auf stark befahrenen Straßen und bei schlechter Sicht." Hat man die Unfallstelle abgesichert, muss man Erste Hilfe leisten, sofern jemand bei dem Unfall verletzt worden ist.

Das gilt auch dann, wenn man gar nicht selbst am Unfall beteiligt ist. "Wer als Erster zu einem Unfall kommt, der muss Erste Hilfe leisten", sagt Randenborgh. Dazu gehört auch, einen Notruf abzusetzen. Dazu sind in Deutschland alle Personen ab einem Alter von 14 Jahren verpflichtet.

Verweigert man die Hilfe, droht eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe

Diese Pflicht ist auch im Strafgesetzbuch festgeschrieben. Wer keine Erste Hilfe leistet, dem droht eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe. Strafbar ist es ebenfalls, eine Person zu behindern, die nach einem Unfall Hilfe leistet oder leisten will.


Es kann natürlich passieren, dass man nach einem Unfall selbst unter Schock steht - ganz gleich, ob man selbst beteiligt war oder nicht - und es nicht schafft, Verletzte zu versorgen. "Wenn man sich nicht dazu in der Lage sieht, selbst einzugreifen, sollte man in jedem Fall Hilfe rufen und vor Ort bleiben, um möglicherweise als Zeuge auszusagen", rät die Sprecherin.

Beweise sammeln und Personalien notieren

Wer selbst am Unfall beteiligt ist, sollte Beweise sammeln, sobald alle Verletzten versorgt sind. "Dazu gehören Fotos von der Unfallstelle und von Schäden an den Autos", sagt Randenborgh. Falls es Zeugen gab, sollte man ihre Personalien notieren. 

"Das Wichtigste ist, gemeinsam mit dem Crashgegner einen Unfallbericht auszufüllen", sagt die Sprecherin. Ein entsprechendes Formular sollte man immer im Handschuhfach haben.


Die Polizei muss man bei einem kleinen Blechschaden nicht unbedingt rufen. "Sie sollte aber auf jeden Fall kommen, wenn ein Miet- oder ein Firmenwagen in den Unfall verwickelt ist oder wenn jemand verletzt wurde", rät die Expertin. 

Das gilt auch dann, wenn es Streit mit dem Unfallgegner gibt oder wenn dieser einfach verschwindet. Die Polizei hält fest, wer gegen Verkehrsregeln verstoßen hat. "Sie bestimmt aber nicht, wer für den Schaden aufkommen muss."

Die Straße von Scherben und Blechteilen säubern

Ist das Auto nicht mehr fahrbereit, muss man es abschleppen lassen. Dafür darf man sich grundsätzlich eine Werkstatt aussuchen. Wenn die gegnerische Versicherung für den Schaden aufkommt, muss sie nur für das Abschleppen in die nächstgelegene Werkstatt aufkommen. "Bezahlt wird es nicht, den Wagen von Stuttgart nach München bringen zu lassen", sagt Randenborgh. 

Scherben und Blechteile muss man zudem selbst wegräumen - nur bei schweren Unfällen ist das die Aufgabe der Feuerwehr.

Für Schäden am eigenen Auto ist die Versicherung des Unfallgegners der Ansprechpartner. Geht man allerdings davon aus, dass man zumindest eine Teilschuld hat oder meldet die andere Seite Ansprüche an, sollte man auch die eigene Kfz-Haftpflicht über den Unfall informieren. 

Übrigens: Reparieren lassen muss man einen Schaden nicht unbedingt. Wer eine Beule am Kotflügel oder einen Kratzer am Lack nicht ausbessern lässt, kann sich auch die fiktiven Kosten dafür auszahlen lassen. Diese Kosten können eine Werkstatt oder ein Gutachter ermitteln. 

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